Wo altes H A N D W E R K wieder lebendig wird

Beim Handwerkermarkt im Freilichtmuseum Massing können Besucher am Sonntag nicht nur zuschauen

Massing. Wie entsteht aus einem Stück Holz eine kunstvoll gedrechselte Schale? Wie wird aus einzelnen Fasern ein langer, belastbarer Strick? Und wie viel Geduld und Geschick sind nötig, bis aus einem Klumpen Ton ein schönes Gefäß geworden ist? Antworten auf diese und viele weitere Fragen gibt es am kommenden Sonntag, 12. Juli, im Freilichtmuseum Massing. Ab 10 Uhr verwandelt sich das weitläufige Museumsgelände in eine große Werkstatt unter freiem Himmel.

Beim traditionellen Handwerkermarkt können die Besucher erleben, wie früher mit Können, Erfahrung und oft erstaunlich einfachen Werkzeugen Dinge entstanden, die im täglichen Leben gebraucht wurden. Erfahrene Handwerkerinnen und Handwerker zeigen ihre Fertigkeiten und lassen sich bei ihrer Arbeit gerne über die Schulter schauen. Dabei geht es nicht nur darum, fertige Ergebnisse zu bewundern. Die Gäste können beobachten, wie ein Werkstück Schritt für Schritt Gestalt annimmt, Fragen stellen und an vielen Stationen auch selbst aktiv werden.

Die Auswahl der vorgestellten Handwerke ist groß. Seiler zeigen, wie aus vielen einzelnen Fasern feste Stricke entstehen. Beim Drechseln nimmt Holz unmittelbar vor den Augen der Zuschauer neue Formen an. Töpfer, Spinnerinnen und Näherinnen geben Einblicke in Tätigkeiten, die über viele Jahrhunderte zum Alltag auf dem Land gehörten. Auch Stoffdruck, traditionelles Bäckerhandwerk, Balkenschnitzen und Glaskunst sind vertreten.

Gerade die historischen Bauernhäuser und Werkstätten des Freilichtmuseums geben den Vorführungen einen besonderen Rahmen. Viele der alten Fertigkeiten kehren damit für einen Tag an Orte zurück, an denen einst tatsächlich gearbeitet, gewerkelt und produziert wurde. Das Klopfen, Schnitzen, Drehen und Spinnen macht die Vergangenheit nicht nur sichtbar, sondern beinahe wieder hör- und greifbar.

Wer gezielt ein bestimmtes Handwerk besuchen möchte, erhält an der Museumskasse einen ausgedruckten Lageplan. Darauf ist zu sehen, welche Vorführungen an welchen Stellen des weitläufigen Geländes zu finden sind. Man kann den Plan allerdings auch einfach einstecken und sich zunächst treiben lassen. Denn vielleicht liegt der besondere Reiz gerade darin, hinter der nächsten Hausecke unverhofft ein neues Handwerk zu entdecken, einem Meister seines Fachs bei der Arbeit zuzusehen oder selbst etwas auszuprobieren.

Neben den Vorführungen gehört auch ein vielfältiger Marktbetrieb zum Programm. Angeboten werden handgefertigte Produkte, besondere Einzelstücke und regionale Erzeugnisse. Vieles davon trägt sichtbar die Handschrift der Menschen, die es hergestellt haben. Damit bietet der Markt auch Gelegenheit, ein Stück echter Handwerkskunst mit nach Hause zu nehmen – vielleicht als Erinnerung an den Besuch, vielleicht aber auch als Geschenk.

Der Handwerkermarkt richtet sich an Besucher aller Generationen. Erwachsene können sich an längst vergessen geglaubte Techniken erinnern oder Neues erfahren, während Kinder entdecken, wie viel Arbeit, Wissen und Geschick früher hinter vielen Dingen des täglichen Lebens steckten. Zwischen alten Höfen, Gärten und Werkstätten wird Geschichte an diesem Sonntag nicht nur erzählt oder ausgestellt, sondern sie wird vor den Augen der Besucher wieder lebendig

Bildtext:
Nachhaltig, haltbar und auch noch schön: eine schöner geflochtener Korb ist ein nützliches Schmuckstück im Haus.
Foto:
Freilichtmuseum

 

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